…und Seizmo ist dafür (mit)verantwortlich!

Seit anfangs April hat das Jugendkulturlokal Planet5 eine neue Homepage und open_mik_05ein neues Monatsprogramm. Die Entscheidung, die alte Homepage abzuschalten und Zeit in eine neue Homepage zu investieren fiel uns, dem Planet5-Team, leicht. Das neue Design sollte sich rund
um das Weltall und Astronauten drehen. Wen man dafür anfragen könnte, war auch schnell klar: Seizmo natürlich. Bereits 2008 hat Seizmo (Hannes Aeschlimann) für den Planet5 erste Flyer und 2011 Plakate designt und seither immer wieder seine Hilfe angeboten. Das neue Monatsprogramm hat sich vom etwas punkig-trashigen, von Hand geschriebenen Plakat zu einem bildstarken Blickfang geändert:

Wir haben Seizmo ein paar Fragen gestellt.

Seizmo, du bist ja nicht mehr im «Jugendalter». Wieso hast du dich sofort bereit erklärt, den Auftrag für das neue Monatsprogramm und die Illustration für die Homepage zu machen?
Seizmo: Den Planet 5 kenne ich seit Beginn an. Bereits vor der Eröffnung des Planet 5 im Jahr 2008 wurde ich angefragt, ob ich eine neue Rap Freestyle-Reihe für das neue Jugendlokal auf die Beine stellen könne. Damals war ich 25 und hatte bereits an anderen Orten Konzerte und Jams organisiert. Für mich war das eine gute Möglichkeit Leute aus meinem Umfeld an einen Ort zu bringen, um zusammen Musik zu machen und auch neue Kontakte zu knüpfen. Ich sah die Anfrage als Chance und nannte die Freestyle-Reihe «Planet Open Mik». Die Betreiber vom Planet 5 sorgten für den Raum und die Technik, ich organisierte die Live-Acts, gestaltete Flyer und Plakate und machte auf die neue Event-Reihe aufmerksam.
Es war eine super Zeit, in der viel passierte. Ein Stammpublikum entwickelte sich, die Leute lernten sich kennen, es entstanden Freundschaften und Zusammenarbeiten. Nach ein paar Jahren war ich der Meinung, dass es gut tun würde, wenn jemand neues die Organisation übernehmen würde, damit es an neuen Einflüssen gewinnt. Da mir der Event am Herzen lag, habe ich weiterhin die Gestaltung übernommen und war regelmässig an den Veranstaltungen und auf der Bühne zu sehen. Nachdem es zum zweiten Mal einen Wechsel in der Organisation gab, habe ich auch die Gestaltung abgegeben. Mittlerweile sind seit dem ersten Event bald 8 Jahre vergangen.
Es verbindet mich eine gute Zeit mit diesem Ort an der Sihl und ich finde es wichtig, dass es solche Orte gibt. Auch für jüngere Leute, die mit wenig bis ohne Geld auskommen müssen, aber motiviert sind, sich für ihre Sache einzusetzen. Deshalb habe ich auch die Neugestaltung gerne gemacht. Die OJA lässt bei der Gestaltung immer viel Freiheiten offen, was mir die Möglichkeit gibt, neue Techniken und Stile auszuprobieren, die in den Kontext eines Veranstaltungsortes gut hineinpassen und in meiner sonstigen Arbeit als Grafiker eher zu kurz kommen.

Wie hat sich der Planet5 in den letzten Jahren deiner Meinung nach verändert?
Seizmo: Das kann ich nur vage beurteilen, da ich ausser den Freestyle-Sessions kaum andere Anlässe besucht habe. Beim «Planet Open Mik» ist es sicher so, dass sich mit jedem Wechsel der Organisation auch die Freestyle-Reihe und das Publikum verändert hat. Die Live-Acts, die ich gebucht open_mik_03habe, waren aus meinem Umfeld und in ungefähr meinem Alter und die meisten aus dem Publikum kannte ich. Nach den Wechseln kamen jeweils neue, jüngere Bands und mit ihnen ein neuer Rap-Style. Textlich, beat- und flowtechnisch sind andere Einflüsse zu spüren. HipHop hat sich in den letzten zehn Jahren generell sehr verändert. Rapper interessieren sich vermehrt ausschliesslich für die Musik im HipHop. Das hat sicher auch damit zu tun, dass andere Elemente dieser vielseitigen Kultur kommerziell weniger interessant sind und von den Medien weniger beachtet werden. Vieles finde ich sehr spannend an dieser Entwicklung, andere Aspekte passen mir überhaupt nicht. Was ich schön finde, ist zu sehen, dass trotz der Techno-Minmal-Welle, die in Zürich sehr stark ist, viel im Rap passiert. Und das sieht man auch bei den «Planet Open Mik» Sessions.

Was wünschst du dem Planet5 für die Zukunft?
Seizmo: Dem Planet 5 wünsche ich ein offenes Publikum und aktive Leute. Ein Ort lebt immer von den Menschen, die ihn besuchen. Er lebt von den Ideen und den Emotionen der Leute. Und auch wenn sich heutzutage ein Grossteil des Lebens im virtuellen Raum abspielt, ist es wichtig Kontakte auch direkt und unmittelbar zu erleben. Räume wie das Planet 5 bieten diese Möglichkeit.

Was ist der Planet5?

Der Planet5 am Sihlquai ist ein Lokal, das Jugendlichen und jungen Erwachsenen (14–25 Jahre) aus der Stadt Zürich und der Region für die Durchführung von partizipativ organisierten Veranstaltungen offen steht. Das Programm wird also nicht durch die Offene Jugendarbeit (OJA), sondern durch Jugendliche und junge Erwachsene bestimmt und mitgestaltet, die sich in ihrer Freizeit freiwillig für jugendkulturelle Events engagieren. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden bei der Planung, Durchführung und Auswertung der Events durch die beiden Einrichtungen OJA Kreis 5 und OJA Kreis 6 & Wipkingen unterstützt. Der Raum ist mit einer Bühne, Konzerttechnik, Lichteffekten und einer Bar ausgestattet und eignet sich für Konzertanlässe oder Partys bis maximal 250 Personen.

Mehr Infos unter www.planet5.ch