Wenn vorläufig aufgenommene Ausländer*innen arbeiten wollten, brauchten sie bis vor Kurzem eine Bewilligung durch den Kanton. Dies schreckte viele Arbeitgeber ab. Seit dem 1. Januar 2019 gilt nun ein neues, vereinfachtes Meldeverfahren. Wir fassen zusammen, was dieses bringt – und was das für unsere Arbeitsvermittlung bedeutet.

Bis Ende 2018 gab es für vorläufig Aufgenommene – also für Menschen mit einem F-Ausweis – folgende Hürde auf der Stellensuche: Bevor Arbeitgebende eine entsprechende stellensuchende Person anstellen durfte, mussten sie beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA, Kanton Zürich) eine kostenpflichtige Bewilligung einholen. Dieser Bewilligungs-Prozess und die damit verbundenen Kosten führte manchmal dazu, dass die Bewerber*innen mit F-Ausweis schlechtere Karten hatten bei der Stellensuche. Insbesondere bei kurzfristigen Einsätzen mit einer kurzen Dauer von lediglich ein paar Stunden, wie sie auch der JOB SHOP/INFO SHOP vermittelt, war die Vermittlung deshalb schwierig.

So funktioniert das vereinfachte Meldeverfahren

Seit dem 1. Januar 2019 gilt nun das vereinfachte Meldeverfahren. Für Stellensuchende mit F-Ausweis und für deren Arbeitgebende hat sich damit folgendes verbessert:

  • Arbeitgebende müssen die Anstellung nur noch melden, nicht mehr bewilligen lassen.
  • Die Bestätigung erfolgt in der Regel sofort – die Wartefrist fällt weg.
  • Arbeitgebende müssen keine Gebühr mehr bezahlen.

Meldepflichtige Ereignisse sind dabei die Aufnahme der Tätigkeit sowie deren Beendigung. Die Meldung hat vor Arbeitsbeginn beim AWA zu erfolgen. Das elektronische Formular dazu und weitere Infos befinden sich hier.

Wir freuen uns, dass die neue Gesetzgebung es auch für den JOB SHOP/INFO SHOP viel einfacher macht, Menschen mit einem F-Ausweis anzustellen.

Unsicherheiten bestehen trotzdem oft – so räumst du sie aus dem Weg

Wenn du selbst einen F-Ausweis hast und schon Stellen gesucht hast, hast du vielleicht die Erfahrung gemacht, dass Arbeitgebende zum Teil unsicher sind, was es für sie bedeuten würde dich anzustellen. Sie sind jedoch meist auch keine Experten des Asyl- und Ausländerrechts oder kennen vielleicht die neue Regelung noch nicht.

Es kann darum helfen, wenn du sie bei der Stellensuche aktiv darüber informierst. Du kannst zum Beispiel deiner Bewerbung folgenden kurzen Hinweis anfügen:  

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Ich verfüge über einen F-Ausweis und darf daher ohne Einschränkungen arbeiten. Seit dem 1. Januar 2019 müssen Arbeitgebende lediglich noch eine kostenlose Meldung beim AWA tätigen. Bei Fragen dazu stehe ich gerne zur Verfügung.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner nächsten Bewerbung!

 

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